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| Deutscher Infografikdienst |
Marburg-Virus: Seltene Infektion des afrikanischen Regenwaldes
Neben dem Ebolavirus gehört auch das verwandte Marburg (MBG)-Virus zu den "großen Unbekannten" aus dem afrikanischen Regenwald. Das Marburg (MBG)-Virus gehört zu den Filoviren und trat erstmals 1967 in Erscheinung, als Beschäftigte eines Impfstoffherstellers in Marburg an einem bis dato unbekannten hämorrhagischen Fieber erkrankten. Die Indexfälle hatten zuvor direkten Kontakt zu Blut, Organen oder primären Zellkulturen, die von Grünen Meerkatzen gewonnen wurden. Diese, damals für die Impfstoffherstellung verwendeten Primaten waren zuvor direkt aus Uganda importiert worden. Nahezu zeitgleich traten auch in Frankfurt und Belgrad mehrere Infektionsfälle auf. Ausgehend von den Indexfällen kam es zu Sekundärerkrankungen.
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| Insgesamt erkrankten im Jahr 1967 bei diesen drei Ausbrüchen 32 Patienten an der später als Marburgvirus-Krankheit bezeichneten Infektion. Seither kam es wiederholt zu sporadischen Erkrankungen sowie kleineren Ausbrüchen in mehreren afrikanischen Ländern, wovon auch Urlauber betroffen waren. |
Die Diagnose erfolgt durch RT-PCR, wobei zu beachten ist, dass Körperflüssigkeiten infizierter Patienten hoch infektiös sind. Eine Therapie existiert nicht, es ist jedoch ein experimenteller Impfstoff im Tiermodell erfolgreich gewesen.´
Die molekulare Charakterisierung von verschiedenen Isolaten zeigte nur eine geringe genetische Variabilität. Untersuchungen zur molekularen Evolution der Filoviren kommen zum Ergebnis, dass es sich bei MBG-Virus um einen alten Erreger handelt. Das tierische Reservoir dieser Infektion konnte bis heute noch nicht geklärt werden. Eine Reihe von epidemiologischen Untersuchungen lassen ein Vorkommen des MBG-Virus in verschiedenen afrikanischen Ländern vermuten. Bei den bisherigen Ausbrüchen war bei der initialen Infektion meist ein direkter Kontakt zu infizierten Tieren bzw. deren Blut, Organe oder Exkremente von entscheidender Bedeutung.
Ein Beitrag von Prof. Tino F. Schwarz, Chefarzt am Zentrallabor Juliusspital in Würzburg Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie - aktualisiert am 30.Oktober 2009 (Schlußredaktion: Dr. Andreas Nitsche Robert Koch-Institut, Zentrum für Biologische Sicherheit) |
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